Strategien in Krisenzeiten

05. Juli 2010

Als Strategie in Krisenzeiten haben sich die folgenden zehn Schritte mehr als bewährt und werden daher zur Nachahmung empfohlen:

  • Es gibt keine Sicherheit in Zeiten der Unsicherheit. Das Einzige, worauf Sie sich verlassen können, ist die Fokussierung auf Ihre Stärken. Fragen Sie sich selbst: Worin liegt die einmalige Kombination Ihrer Stärken, mit der Sie sich von anderen abgrenzen können?
  • Aus diesen, Ihren Stärken entwickeln Sie möglichst viele Geschäftsfelder, mit denen Sie Geld verdienen können.
  • Legen Sie die Zielgruppen fest, für die Sie arbeiten wollen.
  • Treten Sie außerdem in einen intensiven Dialog mit Ihren Zielgruppen ein.
  • Ermitteln Sie das wichtigste Problem Ihrer Zielgruppe. Was behindert deren Wachstum am stärksten? Mit welchem Angebot können Sie einen Geschäftsführer um vier Uhr Früh unter Umständen aus dem Bett holen? Lösen Sie sein Problem jedenfalls effizient und rasch. Überlegen Sie, womit Sie zum permanenten Problemlöser Ihrer Zielgruppe werden können.
  • Finden Sie komplementäre Partner, mit denen Sie Synergien erzielen.
  • Vermarkten Sie Ihre Erfolge gezielt und rasch. Fragen Sie sich: Wen könnte Ihre Problemlösungskompetenz sonst noch interessieren?
  • Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Womit verdienen Sie Ihr Geld? Was sind Ihre wirklich wichtigen Aufgaben?
  • Erhalten und steigern Sie Ihr Leistungspotenzial, etwa durch gesunde Ernährung und eine vernünftige Work-Life-Balance.
  • Äußerst wichtig sind exzellente Beziehungen zu Ihrer Familie und zu Ihrem Freundeskreis. Pflegen Sie diese Kontakte, denn genau sie geben Ihnen Kraft und Halt.

Quelle: Wirtschaftsblatt, 05. 06.2009
Gastkommentar von CHRISTIAN FREILINGER
Gesellschaft für Unternehmensentwicklung Kybernetika

Wofür sollen wir arbeiten, wenn nicht für den Konsum?

05. Juli 2010

Vielfach werden materielle Güter dazu benutzt, um Zuneigung zu erlangen.

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise wurde durch den lange Zeit boomenden US-Häusermarkt ausgelöst. Als am 15. September 2008 die Investmentbank Lehman Brothers zusammenbrach, war der Höhepunkt der Krise, die geradezu einer Apokalypse glich, erreicht. Sie blieb aus, weil die Finanzmärkte mit Liquidität geflutet und die Realwirtschaften global mit Konjunkturprogrammen gestützt wurden. Ist die Krise nun vorbei? Wahrscheinlich nicht.

  • Die amerikanische Krankheit des übersteigerten Konsumdenkens ist in diesem Land nach wie vor intakt. Sie hat in der Zwischenzeit auch die Menschen in den reichen Ländern sowie den Schwellenländern erfasst.
  • Dieser geradezu psycho-pathologische (obsessive) Drang, immer mehr zu verdienen, um immer mehr konsumieren zu können, ist anscheinend noch nicht überwunden.
  • In der extremsten Form des Kapitalismus ist das Streben auf eine ständig wachsende Vergrößerung des eigenen Nutzens ausgerichtet. Konsumismus ist im Kapitalismus systemimmanent. Gemessen wird der Nutzen nach Menge und Qualität der Güter und Dienstleistungen sowie an dem Einkommen, das man erzielen muss, um das alles bezahlen zu können.
  • Die interessante Frage ist, ab wann der Konsum in Konsumismus umschlägt. Konsumismus ist der Punkt, an dem der Konsum zum Selbstzweck, zu einer sozialen Krankheit wird. Die gefährliche Folge ist, dass häufig zwischenmenschliche Beziehungen auf dem Altar des Konsums geopfert werden.
  • Das überzogene Konsumdenken betrifft nicht nur die Ober-, sondern auch die breite Mittelschicht und weite Teile der Arbeiterklasse.
  • Zu einer überzogenen Konsumorientierung und einem obsessiven konsumistischen Umgang mit Gütern und Dienstleistungen kommt es dann, wenn materielle Güter benutzt werden, um Zuneigung zu erwerben beziehungsweise Selbstachtung zu erlangen.
  • Bedenklich ist allerdings, dass jeder weitere Konsum nur zu einer geringfügigen Steigerung der Zufriedenheit mit dem Leben führt. Studien belegen, dass sich in kapitalistischen Gesellschaften viele Menschen unzufrieden beziehungsweise geradezu benachteiligt fühlen.
  • Die wichtige Frage, welche Ziele wir in Zukunft verfolgen wollen, ist nach wie vor nicht beantwortet. Wofür wollen wir arbeiten, wenn nicht für den Konsum?
  • Es stellt sich außerdem die Frage, ob wir uns nach der Überwindung der Krise wieder hemmungslos in den Konsum stürzen. Oder nach einem neuen Lebensstil suchen, der Sinn und Zufriedenheit in gemeinschaftlichen und transzendenten Werten findet. Derzeit sieht es nicht danach aus. So entstehen die Nächsten, diesmal aber ungleich größeren Blasen – Experten sprechen von einer Megablase (bei Carry Trades, Rohstoff- und Immobilienpreisen, Aktienmärkten). Gier und Neid spielen insbesondere an den Finanzmärkten wieder eine große Rolle. Man hat anscheinend aus der Krise rein gar nichts gelernt.
  • Die große Gefahr besteht darin, dass die Notenbanken, so wie jedes Mal nach einer Krise, mit ihrer expansiven Geldpolitik übertreiben und damit den Grundstein für die nächste Liquiditätsblase legen. Das Desaster wiederholt sich.

Quelle: Wirtschaftsblatt, 03.02.2010
Gastkommentar von CHRISTIAN FREILINGER
Gesellschaft für Unternehmensentwicklung Kybernetika

Innovative Unternehmen und wie man sie erkennt

05. Juli 2010

Die Art und Weise, wie Mitarbeiter miteinander umgehen, sagt viel über eine Firma aus
Eine spannende Vision/ Mission und dementsprechend ein sinnvermittelndes Leitbild sind die Treiber für Innovationen. Visionäre, zukunftsorientierte Führungskräfte, die mitreißen können, sind in Führungspositionen wichtiger als „Erbsenzähler”, reine Zahlenmenschen.

Merkmale innovativer Unternehmen

Innovative Leader gehen neue Wege der Zusammenarbeit. Sie wecken Begeisterung und sind tolerant bei Misserfolgen. Sie zeichnen sich durch eine gediegene Fehlerkultur aus. Es wird der Grund für den Fehler und nicht ein Sündenbock gesucht. Meist trifft es sowieso den Falschen. Innovative Unternehmen verfügen über eine spannende Führungskultur. Sie ist ein starker Magnet für innovative Talente und High Potentials. Kreative Querdenker sind als Mitarbeiter hochwillkommen. Die Führungskultur zeichnet sich durch Vertrauen und dementsprechende Freiräume für die Mitarbeiter aus. Innovative Unternehmen bevorzugen interdisziplinär zusammengesetzte Teams. Simultaneus Engineering, d.h. eine integrierte Produktentwicklung in Projektteams, spielt eine bedeutende Rolle.

Kontakt zum Kunden

Innovative Unternehmen halten enge Kontakte zu ihren Schlüsselkunden und binden diese in die Ideenfindung maßgeblich und vertrauensvoll ein. Das Denken und Arbeiten in Netzwerken ist der wesentliche Schlüssel. Innovative Unternehmen investieren massiv in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter und gezielt in die Weiterentwicklung ihrer Leader. Der Blick in die Zukunft, das Aufspüren   neuer   Marktchancen geschieht durch die Anwendung fundierter Szenariotechniken. Die Art und Weise, wie die Mitarbeiter und natürlich auch die Top-Manager miteinander umgehen, miteinander arbeiten, sind der beste Beleg für eine innovative Unternehmenskultur.

Fazit: Auf die leistungsfördernde Innovationskultur kommt es in erster Linie an.
Sie ist eines der wenigen Dinge, die für die Mitbewerber nicht so einfach kopierbar ist.

Quelle: Wirtschaftsblatt, 14 07.2010
Gastkommentar von CHRISTIAN FREILINGER
Gesellschaft für Unternehmensentwicklung Kybernetika

Persönlichkeit – Karriere ist charakterabhängig

14. November 2009

Die Wahrscheinlichkeit, Karriere zu machen, hängt nicht zuletzt von den Charaktereigenschaften ab, zeigt eine Studie amerikanischer Entwicklungspsychologen. Danach haben vor allem Menschen mit hoher Gewissenhaftigkeit und geringeren Neurotizismus Aussicht auf Zufriedenheit im Berufsleben und ein hohes Einkommen, wie die Zeitschrift „Psychologie heute“ berichtet.

Neurotizismus ist ein Persönlichkeitsfaktor, der mit emotionaler Labilität und einer deutlichen Neigung zu Angst und Panik verbunden ist und nicht unterschätzt werden sollte. Stark extrovertierte Persönlichkeiten profitieren der Studie zufolge aufgrund ihres sozialen Netzwerks zu Beginn ihrer Karriere am meisten.

Quelle: Die Welt, 14.11.2009

Sonntagsarbeit darf angeordnet werden

14. November 2009

Arbeitgeber können ihre Beschäftigten anweisen, auch an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten. Voraussetzung hierfür ist, dass für diese Arbeitszeit eine behördliche Genehmigung vorliegt und es keine gesetzlichen oder tariflichen Einschränkungen gibt, entscheidet das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt. Danach kann der Arbeitgeber Sonn- und Feiertagsarbeit verlangen, wenn diese im Arbeitsvertrag nicht ausdrücklich ausgeschlossen ist. Fehlen Regelungen in einem Betrieb, kann auch der Betriebsrat über die Sonn- und Feiertagsarbeit mitbestimmen. (AZ: 9 AZR 757/08).

Quelle: Die Welt, 14.11.2009

Seit 1.9.2009 gilt ein geändertes Datenschutzrecht

07. Oktober 2009

Der Bundestag hat am 3.7.2009 eine Verbesserung des Kündigungsschutzes des Datenschutzbeauftragten sowie eine Grundsatzregelung zur Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Arbeitnehmer-Daten in Unternehmen beschlossen. Mit diesen Neuerungen will der Gesetzgeber vermeiden, dass es zu weiteren Datenschutzskandalen wie in der letzten Zeit kommt. Da der Bundesrat den Gesetzesänderungen nicht zustimmen musste, sind die Änderungen schon am 1.9.2009 in Kraft getreten. Und dies sind die Neuerungen im Einzelnen: Weiterlesen »

Arbeitnehmer können ein sauberes Büro verlangen

07. Oktober 2009

Wie weit geht das Direktionsrecht des Arbeitgebers?

Der Fall: Das Büro eines Betriebsleiters wurde immer von einem externen Reinigungsservice gesäubert. Der Arbeitgeber entschied nun, den Vertrag mit der Reinigungsfirma zu beenden. Dies ließ er seinen Betriebsleiter nicht nur wissen; er forderte ihn auch auf, das eigene Büro künftig selbst zu reinigen! Der Betriebsleiter weigerte sich jedoch; er verklagte seinen Arbeitgeber sogar: Diese Reinigungsanweisung sei für ihn nicht maßgeblich, weil sie vom Direktionsrecht auch nicht gedeckt sei.

Das Urteil: Und er bekam Recht. Der Mitarbeiter war schließlich Betriebsleiter, also in gehobener Stellung. Schon deshalb konnte er nicht per Direktionsrecht zur Reinigung des Chef-Büros aufgefordert werden. Außerdem ist ein Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, Gesundheitsgefährdungen seiner Mitarbeiter zu vermeiden (§ 3 ArbSchG); und dazu gehört auch, für die regelmäßige Reinigung der Arbeitsräume zu sorgen (LAG Rheinland-Pfalz, 19.12.2008,9 Sa 427/08).

Quelle: Arbeitsrecht für Arbeitgeber 10/2009

Personalentwickler bezweifeln Wirksamkeit von Verhaltens-Trainings

18. September 2009

Dr. Burkhard Radtke, efficiencia-Consulting, Hamburg, hat 79 Personalentwickler zum Thema “Was können Trainings leisten?” befragt. In der zusammenfassenden Studie stellt Radtke unter anderem fest, dass die Personalentwickler am schlechtesten die Chancen sehen, dass Teilnehmer infolge eines Trainings ihr Verhalten ändern.

Dazu mag es einige Gründe geben. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass in einem „normalen“ Verhaltens-Training nicht unterschieden wird, welche Persönlichkeits-Merkmale bzw. Verhaltensweisen des Teilnehmers dauerhaft und problemlos verändert werden können und welche nicht!

Die Biostruktur-Analyse ist die einzige Methode, die zwischen der genetisch-veranlagten, unveränderbaren Grundstruktur und den umwelt-bedingten, veränderbaren Merkmalen der Persönlichkeit unterscheidet: eine zentrale Voraussetzung für wirkungsvolles und damit erfolgreiches Verhaltens-Training.

Dieses Alleinstellungs-Merkmal sollte einen besonderen Stellenwert in Marketing und Werbung des Trainers haben!

Quelle: DSZ-Gesellschaft für Persönlichkeits- und Unternehmens-Entwicklungs mbH (Trainer Info, Sept.  2009)

Placebos wirken bis ins Hirn

20. Juli 2009

Placebos wirken – aber wirken sie auch “wirklich”, oder reden sich das die Patienten bloß ein? Ein norwegisches Forscherteam der Universität von Tromso um Magne Arve Flaten machte die Probe aufs Exempel. Mit einer bewährten Methode, nämlich einem am Unteram befestigten und in Windeseile auf 51 Grad erhitzen Plättchen, fügten sie 30 Freiwilligen ein unangenehmes Quantum Schmerz zu. In einem Teil der Duchgänge war den Gepeisackten zuvor eine Kapsel verabreicht worden, die ihnen als starkes Schmerzmittel schmackhaft gemacht wurde, tatsächlich aber keinerlei Wirkstoff enthielt. Wie erwartet, berichteten die Teilnehmer nach der Einnahme dieses Placebos über weniger Pein als sonst. Doch nicht nur das: Im EEG zeigte sich in den charakteristischen Ausschlägen unmittelbar nach den Hitzattacken, dass unter dem Einfluss des Placebos tatsächlich weniger Schmerz im Gehirn ankam. Die Erwartung, vor Schmerz geschützt zu sein, wirkte also nicht nur subjektiv, sondern auch physisch.

Quelle: Psychologie Heute 8/2009

Lob der Leistung

20. Juli 2009

Disziplin, Ordnung und Gewissenhaftigkeit scheinen Lebenselixiere zu sein.

Gewissenhafte Menschen leben länger. Das haben die amerikanischen Psychologen Howard Friedman und Margaret Kern von der Universität von Kalifornien in Riverside herausgefunden.

Die Wissenschaftlier hatten Daten aus früheren Studien von insgesamt 8900 Personen neu ausgewertet. Mithilfe eines standardisierten Fragebogens hatten sie das Pflichtbewusstsein dieser Menschen beurteilt und mit ihrem Sterbealter verglichen. Ergebnis: 50 Prozent der Menschen, deren Persönlichkeit die Psychologen als gewissenhaft eingestuft hatten, waren älter geworden als weniger pflichtbewusste Menschen.

Drei verschiedene Arten von Gewissenhaftigkeit entlarvten die Psychologen als besonders förderlich für ein langes Leben: Die längste Lebenserwartung haben nach ihren Erkenntnissen leistungsorientierte und ordentliche Menschen. Die areiten hart, sind einfallsreich, selbstbewusst und ehrgeizig sowie gut organisiert, effizient und diszipliniert. Auch Verantwortungsbewusstsein und Verlässlichkeit sind gute Vorraussetzungen für ein langen Leben.

Eine Antwort auf die Fragem warum gewissenhafte Menschen später sterben, gibt die Studie nicht. “Sie leben insgesamt gesünder und gehen weniger Risiken ein”, vermuten die Wissenschaftler. “Außerdem ist ihr soziales Umfeld intakt. Sie führen zum Beispiel feste Beziehungen und haben einen sicheren Arbeitsplatz.”

Quelle: Psychologie Heute, 08/2009